Eigene Gedanken

Jeder Ton, den Du aus der Hauptmotivation heraus spielst, daß Deiner Meinung nach jetzt irgendwas gespielt werden muß, ist ein falscher Ton!
Genauso ist es mit Antworten auf Fragen. "Ich weiß nicht" ist auch eine voll gültige Antwort - oft sogar die beste!


Der werdende Musiker muß möglichst viel lernen über:

  • die Musik,
  • das Instrument,
  • den Musiker, also sich selbst.

Letzteres ist bei weitem das Wichtigste, wird aber oft vernachlässigt.


Versuche niemals, etwas zweimal gleich zu spielen!

Da dies ohnehin gar nicht möglich ist (!), setzt Du Dich, ob Du willst oder nicht, unter einen unnötigen Druck.


Musikalische Regeln haben den einzigen Zweck, daß sie es mir erleichtern, ähnlich wie jemand anderes zuvor zu klingen. Das ist völlig O.K.; Kreativität läßt sich jedoch durch das Befolgen von Regeln nicht erreichen.

Wenn Du Malen nach Zahlen machst und dann auf einmal beschließt: "O.K., in diesem Feld, in dem ich eigentlich gelb malen sollte, male ich jetzt einfach grün!" - bist Du dann kreativ? Ich denke, Du wärst dann kreativ, wenn Dir diese Idee neu wäre. Hättest Du woanders schon beobachtet, wie jemand Farben einfach tauscht, dann wärst Du einfach ein (wenn auch vielleicht kompetenter) Nachäffer.


In wirklich kreativen Musikern kommt zuerst die musikalische Idee, und erst später setzen sie sie (vielleicht) in Beziehung zu irgendwelchen Regeln.
In weniger kreativen Musikern kommt zuerst die Regel, und dann schauen sie, welche Töne sie passend zur Regel nehmen könnten.


"Anders spielen wollen" heißt: Bestimmte Möglichkeiten ausschließen - also seine Kreativität beschneiden.


Warum sind wir nicht kreativer?
Weil wir glauben, zunächst Wichtigeres tun zu müssen.


Es gibt 3 mögliche Gründe, warum ich einen Ton spiele:

  • Theoretische Erwägungen (ich weiß, daß F zu d-moll paßt),
  • Bewegungsmuster (ich habe ein bestimmtes Pattern geübt oder ich lasse die Finger einfach laufen),
  • weil ich den Ton innerlich höre.

Der letzte Grund ist der einzige wirklich musikalische Grund.